Er rief die Zwölf zusammen und übertrug ihnen wirksame Vollmacht und formende Kraft, um allem dämonischen Unwesen entgegenzutreten und alle Krankheit zu heilen. Und er sandte sie aus, das Reich Gottes zu verkündigen und die Seelen zu heilen, und sprach zu ihnen: Auf dem Pfade, den ihr jetzt betretet, könnt ihr nichts gebrauchen, weder Stab noch Beutel, weder Brot noch Geld und auch kein zweites Gewand. Wenn ihr in einem Hause Einkehr haltet, so bleibet dort, bis ihr wieder weiterzieht. Überall, wo man euch nicht aufnimmt, da verlasst die Stadt und schüttelt den Staub von euren Füßen zum Zeugnis gegen sie. Und sie zogen aus und durchwanderten die Ortschaften, allerorten verkündeten sie das Evangelium und heilten.
Damals hörte Herodes der Vierfürst von dem, was da geschah, und als einige sagten, Johannes sei vom Tode auferstanden, war er betroffen. Andere sagten, Elias sei erschienen, und wieder andere, einer der alten Propheten sei auferstanden. Da sprach Herodes: Johannes habe ich enthauptet. Wer ist nun dieser, über den ich so vieles höre? Und er wünschte sehr, ihn selbst zu sehen.
Und die Apostel kehrten zurück und berichteten ihm von allem, was sie vollbracht hatten. Und er nahm sie zu sich und zog sich mit ihnen zu vertrautem Zusammensein zurück in die Stadt Bethsaida. Die Menschen aber hörten davon und zogen ihm nach. Da nahm er sich ihrer an und sprach zu ihnen vom Reiche Gottes und heilte alle, die der Heilung bedurften.

Und der Tag begann sich zu neigen. Da traten die Zwölf zu ihm und sprachen: Entlasse die Menge, damit sie in die Dörfer und Höfe im Umkreis gehen können, um Ruhestätten und Speise und Trank zu finden, denn wir sind hier an einem einsamen Ort. Und er sprach zu ihnen: So gebt ihr ihnen zu essen. Sie erwiderten: Wir haben nichts als fünf Brote und zwei Fische, es sei denn, dass wir gehen, um Speise für das ganze Volk zu kaufen. Es waren an fünftausend Menschen. Da sprach er zu seinen Jüngern: Lasst sie sich in Gruppen von je fünfzig lagern.  Sie taten es, und alle lagerten sich. Dann nahm er die fünf Brote und die zwei Fische, segnete sie, indem er seine Seele zum Geiste erhob, und brach sie und gab sie seinen Jüngern, dass sie sie an das Volk austeilten. Und alle aßen und wurden satt, und als man die übrigbleibenden Brocken sammelte, waren es zwölf Körbe voll.
Lukas 9, 1-17

Predigt von Ralf Steinhoff, Pfarrer in Wuppertal

Liebe Gemeinde!

Kennen Sie diese Zeitungsinserate in denen zu lesen steht:
Wohnzimmerschrank umständehalber abzugeben,
oder Hund umständehalber abzugeben,
aber auch Technische Uni Wien umständehalber aufzugeben.

Was sind das eigentlich für Umstände, die heute an fast allen Stellen dafür sorgen,
dass etwas umständehalber weggegeben oder aufgegeben werden muss?

Nun liebe Gemeinde,
oftmals verbirgt sich dahinter nichts anderes als:
mangelnder Platz,
zu wenig Zeit und Interesse
oder einfach nur kein Geld mehr zu haben.

Und sehen sie, da ist es doch nur eine Frage der Zeit,
wann wir lesen können:
Alter Mensch, oder Kind,
aber auch Mann umständehalber abzugeben.

Und um es mal ganz scharf zu formulieren -
vielleicht ja auch
Die Christengemeinschaft umständehalber abzugeben.

Denn liebe Gemeinde,
eigentlich hätte die Speisung der fünftausend auch nicht stattfinden können,
die äußeren Umstände gaben es mit fünf Broten und zwei Fischen einfach nicht her.

Und dennoch gab es den Einen, der wusste was er tun wird, der sagt:
Wenn die Umstände es nicht hergeben,
dann schenke ich mich selbst hin,
meine Zeit,
meine Aufmerksamkeit,
meinen Segen.
Denn ICH BIN das Brot des Lebens
und völlig unabhängig von äußeren Umständen.

Nun, heute sind die Umstände in unser aller Herzen gezogen,
und es ist an uns selbst herauszufinden,
was trotz der Umstände,
mit denen wir ja alle zu tun haben,
bleiben soll.

Was lebendig bleiben soll, weil es uns wichtig ist,
weil wir es für sinnvoll und heilsam erachten,
ja, weil es uns als Nahrung dient,
Mensch zu werden
und frei zu werden
von allen Umständen.

Ja, so sei es!