Zum Mitdenken an alle Kinder und Helfer auf unseren Sommerferien- Lagern:

"Ein jugendlicher Helfer auf einem Ferienlager fragte einmal: Wenn ich mich ganz zurücknehme, um für die Kinder da zu sein: Bin ich dann überhaupt noch ich?

In der Zeit des Ferienlagers lebt die Helfergemeinschaft nach selbst formulierten Regeln. Man verzichtet in dieser Zeit auf bestimmte Dinge, um sich ganz auf das Helfersein konzentrieren zu können. Obwohl das meistens alle einsehen, kann man sich vorher oft schwer vorstellen, ohne Handy und iPod leben zu können- und die Sorge, sich zu verlieren ist verständlich. Wenn dann der Tag kommt, an dem die Kinder angekommen sind, ist keine Frage mehr danach, sich selbst aufzugeben; es ist alles von einer Selbstverständlichkeit getragen. Es ist für mich immer wieder spannend zu erleben, dass das, was die Jugendlichen dann den Kindern geben, ganz tief von ihrer eigenen Persönlichkeit geprägt ist. Selbst und Selbstlosigkeit bedingen einander.

Wenn ich bete oder an der Menschenweihehandlung teilnehme, versuche ich, meine persönlichen Alltagssorgen für eine Weile zurückzustellen. Ich verzichte bewusst darauf, in dieser Zeit etwas anderes zu tun, als mich dem Göttlichen zuzuwenden. Ich versuche, den Christus in mich aufzunehmen. Dafür muss ich in mir Platz schaffen, mich zurücknehmen. Aber Christus soll nicht in einen leeren Raum eintreten. Ich muss schon mit meinem Ich anwesend sein. Dann kann eine Begegnung stattfinden und Christus mit mir, durch mich, wirksam werden.“

Aus der Predigtarbeit am Hamburger Priesterseminar, Jakob Butschle, 4. Semester