Wie Evangelium in mein Leben spricht

ZU WEIHNACHTEN

Engelbert Fischer, Pfarrer in Graz

Als sie das Mahl miteinander gehalten hatten, sagt Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes - liebst du mich (agapas me)? Er antwortet: Ach ja, Herr, du bist mein allerliebster Freund  (philo se)!

Gute Freunde sind ja im Haus immer willkommen. Man kennt sich, es muss kein besonderer Aufwand getrieben werden, sie fügen sich in die Lebensabläufe ein und fassen mit an, wo es nötig scheint - herrlich! Für die muss man nicht erst "Raum schaffen in der Herberge".

So lebt sich Freundschaft. Das ist aber noch nicht die Liebe, nach sich Simon Petrus gefragt erlebt. Nicht, ob Er dem Simon lieb ist und Seine Gegenwart ihn freut, sondern ob er Ihm Raum schaffen will in seiner Herberge: das ist die Frage an uns alle.

Das der Weltengott seine Geschöpfe väterlich liebt und uns Menschen - mit mehr als "Engelsgeduld" - den Raum schafft für unsere Werde-Schrittchen: das ist ja immer so (und vielleicht gerade deshalb so vielen verborgen). Dazu braucht es aber nicht Weihnacht zu werden. Wohl aber dazu, das wir unsere Liebe zu Gott erneuern, das wir seinen Zielen und Impulsen Raum geben in unseren Herzen.

Denn dort kann Christus im Erdenreich erscheinen, Er, der auch in unserer Liebe wesender Sohn.