Evangelium und mein Leben

PFINGSTZEIT

von Engelbert Fischer, Pfarrer in Graz

Der Wind weht, wo er will, Du hörst sein brausen wohl, aber Du weißt nicht woher er kommt und wohin er geht. So ist es mit jedem Geistgeborenen. (Joh 3,8)

Den Wind kann man hören, man kann ihn aber auch sehen: wenn er seine Spuren und Figuren für Augenblicke in eine Wiese oder in ein Getreidefeld hereinweht. An den einzelnen Halmen kann man ja allerdings nicht viel sehen: ein Bewegtsein, eine Beugung, ein Erzittern vielleicht. Aber dann ist wieder alles still wie vorher.

So mag sich einer fühlen, wenn er seine Seele zur Gotteswelt erhebt: ein wenig berührt und bewegt, in innerer Demut gebeugt, leise erzitternd vielleicht.

Und ein anderer mag nüchtern fragen: Na und? Was hat das gebracht? Ist nicht nachher alles genauso wie vorher?

Ja, schon. Nur eines ist anders. Unter dem Wehen des Windes ist das Feld fruchtbar geworden. Goldene Körner können reifen.