Wie Evangelium in mein Leben spricht

OSTERN

Engelbert Fischer, Pfarrer in Graz

In der Morgenfrühe kamen sie zum Grabe, da die Sonne eben aufging. Und sie sprachen zueinander: Wer aber soll uns den Stein abwälzen vom Eingang des Grabes? - Als sie aber aufblickten, wurden sie gewahr: Der Stein war schon zur Seite gewälzt - und war doch sehr groß!  (Markus 16, 2-4)

Dass ihnen erst kurz vor dem Ziel ihres Weges einfällt, dass sie den großen Stein ja gar nicht alleine bewegen können! - Da hätten die drei Frauen ja ihre Torheit beklagen können und unverrichteter Dinge umkehren. Oder sie hätten schnell entschlossen nach jemandem suchen können, der da helfen und es für sie tun könnte. - Sie aber blickten auf! Und da wurden sie gewahr: Der Stein war fort, der Zugang eröffnet dorthin, wo sie Wegweisung erfuhren zum Auferstandenem hin.

Wo nur beklagt wird, dass die Welt und alles Wissen darüber keinen Zugang zur Wirklichkeit des Geistigen offen lässt - wie ein mächtiger Stein, den man nicht bewegen kann -, oder wo man sich nur umschaut nach Helfern, die es für einen machen sollen -: da muss die Ostertat noch unerdeckt bleiben.

Beim wachen Wahrnehmen der Welttatsachen will der Aufblick zum Schlüssel werden.

Beim wachen Wahrnehmen der äußeren Tatsachen zugleich den Aufblick üben dürfen und dadurch Wegleitung gewinnen zum Auferstandenen hin:dazu ist die erneuerte Kultushandlung gegeben.