Evangelium und mein Leben im Februar

von Engelbert Fischer, Pfarrer in Graz

Da traten sie vor und empfingen jeder ein Denar. Den nahmen sie hin, murrten aber gegen den Haushalter und sprachen: Diese Letzten haben ja bloß eine Stunde gearbeitet! Und du hast sie uns gleichgemacht, die wir des Tages Müh und Hitze getragen haben ...       (Matthäus 20)

Wenn ein Vorhang vor dem Fenster weggezogen wird, dann mag das für zwölf Stunden sein: Es ist aber immer das gleiche Tageslicht, das dann hereinflutet. So auch das Licht der Geisteswelt: Ob einer von Kindheit an sein Herz diesem Licht erschlossen hat oder erst auf dem Sterbebett, in der letzten Stunde - es ist immer das Ganze, was da nah und gegenwärtig wird. Nur: Wieviel Weg gibt es noch? Wieviel Weg im Erdenleben, um dort damit etwas anzufangen? Wieviel ist durch spätes Beginnen auch versäumt?
Um Rettung und Erlösung der eigenen Seele braucht sich wohl keiner allzu tiefe Sorgen zu mahen, der sich zu Ihm wandte - und sei es in der letzten Stunde. Wohl aber ist Sorge angesagt um den "Weinberg", der da Erde heißt und der auf unser tätig-arbeitendes Christ-Werden wartet und angewiesen ist.