Wie Evangelium in mein Leben spricht

ADVENT

Engelbert Fischer, Pfarrer in Graz

Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wer meine Stimme hören wird und mir auftut, zu dem werde ich eingehen und das Mahl mit ihn halten und er mit mir.  (Apokalypse 3, 20)

Irgendwann fällt es einem wieder auf, obwohl man es längst gesehen hat, etwas ganz Alltägliches. Etwa dies: Wie schön ein Mensch aussieht, wenn er arbeitet. Wenn er nicht nur Sachen erledigt und Themen abhackt. Wenn er etwas vorhat, um das er sich echt bemüht, und noch nicht weiß, ob es gelingt, ob er es meistern wird. Am Entstehen und Werden seines "Werkes" - was es auch sei - wird er selbst ein Werdender. Daher kommt die Schönheit, die nicht Schmuck und Schminke braucht. Daher die Würde, die auch Irrtum und Fehlgriff verzeihlich machen kann. Gott ist nicht Mensch geworden, weil wir schon so großartig und würdig und dafür geeignet waren. Sondern im Gegenteil, damit wir mit ihm immer weiter werden können, was wir eigentlich sind. Dafür steht er vor der Tür und klopft an. Nicht des Menschen So-Sein - sein Werden ist die Krippe.