Finanzen in der Christengemeinschaft

Zum Wesen der freien Kirche gehört politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit. Die finanzielle Grundlage der Gemeinden sowie der Gesamtbewegung bilden die Mitglieder und Freunde durch regelmäßige Beiträge und freiwillige Spenden. Wer das Wirken der Christengemeinschaft ermöglichen will, gibt regelmäßig (meist monatlich) einen Beitrag nach Selbsteinschätzung.

Man wird oft gefragt, wie viel der Beitrag etwa betragen sollte.
Einerseits  ist das die Frage des Bedarfs der jeweiligen Gemeinde. Andererseits ist der Gemeindebeitrag  eine Sache des Herzens, des religiösen Opfers.
„…Wenn man bedenkt, was wir durch unsere Gemeindebeiträge bewirken:
Durch unser Mieten oder unser Bauen lösen wir Räume auf der Erdoberfläche heraus als „Heilige Bezirke“. Sie gehören dann ganz allein der geistigen Welt und ihrem Wirken auf Erden.
Und durch den Lebensunterhalt der Priester lösen wir eine kleine Anzahl Menschen heraus aus dem Zwang des Broterwerbs und stellen sie dem Christusdienst anheim (eine große Verpflichtung).
Ja, das ist es, was wir tun: Menschen und Räume auf Erden ganz allein für die geistige Welt frei machen. 

…Gewiss, äußerlich gesehen machen sich bei uns die wirtschaftlichen Notwendigkeiten auf dieselbe Weise geltend wie sonst in der Welt, wenn die Miete bezahlt, Gewänder und sonstiger Bedarf des kultischen Lebens besorgt, den Lebensunterhalt der Priester aufgebracht werden muss.
Dahinter verbirgt sich aber ein weit tieferer Vorgang. Und dieser müsste der Beitragsleistung als Gesinnung zugrunde liegen:
der Beitrag ist der Anteil, den der Christ der geistigen Welt an seiner Habe gibt, von dem er seine Bedürfnisse, sein Besitzrecht zurücknimmt.
Dadurch wird unser Wirtschaften ein religiöser Opfervorgang, der aus Freiheit und mit Freude und zum Segen geschieht, weil er keinem äußeren Zwange folgt.
Und dadurch erst hat unser Geld die QUALITÄT, die ihm religiöse Dynamik gibt.“(*) 

Über ihren Bedarf und die Verwendung der Mittel entscheidet der Finanzkreis der Gemeinde (ehrenamtliche Mitarbeiter), der sich monatlich trifft. Finanzkreis und Kassier(in) berichten der Gemeinde bei der Hauptversammlung über die Verwendung der Mittel. 

Ein Teil ihrer Einnahmen gibt jede Gemeinde an die Gesamtbewegung. Sie dienen der Priesterausbildung, der Verwaltung, der Altersversorgung und der Förderung von in Entwicklung befindlichen Gemeinden. 

Alle Finanzbewegungen sind in der Christengemeinschaft transparent und für die Mitglieder einzusehen. 

        (*) Pfarrer Wilhelm Kelber: "Über das Wesen der Gemeindebeiträge", Zitat