Sterbebegleitung - Aufbahrung

Geht der Mensch allmählich auf den Tod zu, braucht er vermehrt verständnisvolle Besuche. Er muss sich mit dem Unvermeidlichen anfreunden, dem Tod als dem großen Freund und Verwandler ins Auge schauen. Mancherlei will im Rückblick noch verarbeitet und geregelt werden, bis Friede in die Seele einziehen kann.
Dabei ist wichtig, dass man die bildhafte Sprache des Sterbenden verstehen und sprechen lernt. Denn nun will er "die große Reise" antreten, vielleicht sogar dafür "neue Schuhe kaufen". Mancher erzählt, dass er "morgen entlassen" wird, wenn er morgen tatsächlich stirbt. Es ist wichtig, Wahrheit in solchen Reden zu erkennen. Ja, auch wenn der Sterbende mit Verstorbenen anfängt zu sprechen und Freude darüber zeigt.

Dann kann in aller Würde die "Letzte Ölung" vollzogen werden, die der Seele hilft beim Übergang in die andere Welt.

Ist der Tod eingetreten, kann in Ruhe der Leib und die Umgebung für die dreitägige Aufbahrung vorbereitet werden. Die Seele lebt da noch in einem gewissen Zusammenhang mit dem Leib. Die ruhig brennenden Kerzen, die Blumen und das Lesen im Evangelium geben die nötige Schutzhülle. - In dieser Zeit lebt der Verstorbene im ruhigen Rückblick auf sein Erdenleben, bis auch diese Bilder verdämmern und die seelische Verarbeitung beginnt.

Nun ist es an der Zeit, endgültig von der leeren Hülle Abschied zu nehmen. So wird am Ende der drei Tage noch im Sterbezimmer die "Aussegnung" vollzogen. Darnach sollte so bald wie möglich die "Bestattung" folgen.

Von nun an sucht man die Begegnung mit dem Verstorbenen im Geist. In der Totenmesse ("Totenweihehandlung") wird gemeinsam eine solche Begegnung gesucht.