Die heilige Ölung und die Feiern der Bestattung

Zwischen der irdischen Welt und der geistigen Welt liegt die Schwelle, die jeder Mensch bei seiner Geburt in der einen Richtung überschreitet und beim Tode in der anderen Richtung.

Nach dem Eintritt ins irdische Sein setzt die Taufe dem Menschen das Zeichen, das ihm helfen kann, sein sich entfaltendes Bewusstsein an Christus zu orientieren. Beim Abschied vom Erdenleben empfängt der Christ die heilige Ölung als Wegzehrung für das vor ihm liegende Leben im Geiste. Der Sterbende Mensch wird auf der Stirn mit drei Kreuzen gesalbt, und das Hohepriesterliche Gebet des Christus (Joh. 17) wird für ihn gesprochen. Die heilige Ölung kann verbunden werden mit dem Beichtsakrament und der Krankenkommunion.

Die heilige Ölung hilft dem Menschen bei der Schicksalsentscheidung, sich von Erdenleben im Einverständnis mit dem Schicksal abzulösen und dem ewigen Licht der Geistigen Welt entgegenzugehen. Sie festigt seinen Willen, von Dasein zu Dasein weiter zu leben.

Nach ihrem Tode werden die Verstorbenen drei Tage lang aufgebahrt. In der Christengemeinschaft halten wir während dieser Zeit die Totenwache: wir begleiten die Toten mit unseren Wahrhaftigen Gedanken und Gebeten auf dem Wege zu ihrer Heimat im Geiste. Die Aussegnung geschieht im Sterbehaus, die Bestattung auf dem Friedhof. Am Samstag nach einer Bestattung wird in der Gemeinde eine Totenweihehandlung gehalten. Am Totensonntag gedenkt die Gemeinde ihrer Verstorbenen mit einer Totenfeier.

Die Lebenden können Verstorbenen täglich einen Spruch oder aus dem Evangelium „vorlesen“ oder im Gedenken an sie das Vaterunser beten. Dann kann man spüren, wie sich die von Trauer verdunkelte Bindung zu einem geliebten Toten durch die Kraft des Christus erhellt, der für uns das Licht der Welt ist.