Das Evangelium und das Vater Unser

Die Evangelien sind Offenbarungsbücher, keine Geschichtsbücher. Jedes Wort des Evangeliums ist wahr, seine Tiefe ist unergründlich. Der Glaube kommt vom Hören und das Hören vom Wort des Evangeliums. Die vier Evangelien bilden eine Einheit, jedes von ihnen hat einen anderen Blickpunkt.

In der Christengemeinschaft sind die Evangelienstellen über die Sonntage des Jahres verteilt. Diese Aufteilung nennt man die Perikopenordnung. Jeder Pfarrer kann das Evangelium aus dem griechischen Urtext in seine Muttersprache übersetzen. Eine verbindliche Übersetzung jedoch gibt es nicht.

Das Vater Unser ist das gemeinsame Gebet des Christentums. Es hat eine große Kraft und wirkt, wenn wir es mit dem Herzen beten. Wir bitten, dass Gottes Wille geschehe, dass Er uns trage und schütze. Wir wollen verzeihen lernen, wie auch Er uns unsere Schuld vergibt.

In der Menschenweihehandlung (im Gottesdienst der Christengemeinschaft) betet der Pfarrer allein im Namen der Gemeinde. Es werden dort die sieben Bitten des Vater Unser ohne den anschließenden Teil gebetet, so wie das Gebet im Evangelium steht. Bei anderen Anlässen kommt der Schluss mit dazu („Denn dein ist das Reich ...").